Einige schulmedizinische Medikamente sind auch für den Heilpraktiker wichtig, da er damit über seine Patienten häufig in Kontakt kommt, auch wenn er selber keine verschreibungspflichtigen Medikamente verschreiben darf.
Digitalis
- wird bei Herzinsuffizienz angewendet. Das Herz schlägt durch Digitalis stärker und langsamer. Dabei wird die Überleitungsgeschwindigkeit gesenkt. Digitalis wirkt senkend auf den enddiastolischen Blutdruck und verlangsamt die Herzfrequenz.
- Hohe Blutkaliumwerte erniedrigen die Empfindlichkeit des Herzens auf Digitalis und umgekehrt.
- Niemals Kalzium i.v. verabreichen bei digitalisierten Patienten.
Nebenwirkungen bei einer Überdosierung
- Farbsehen, Kopfschmerzen (durch Wirkung auf das ZNS)
- Übelkeit, Durchfälle (durch gastrointestinale Wirkung)
- bradykarde und tachykarde Rhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand
Beta-Blocker
- blockiert die Adrenalin Rezeptoren im Herzen
- vermindert die Herzfrequenz, senkt den Blutdruck
- kontraindiziert bei Asthma
ACE-Hemmer
- starke Blutdrucksenkung durch Blockade des ACE in der Lunge
- teilweise unterschiedliche Nebenwirkungen, kann aber nicht drauf verzichtet werden bei ausgeprägter Hypertonie
Nitroglycerin
- erweitert die Gefäße
- wird im Angina pectoris Anfall verwendet
- nicht anwenden bei einer Systole unter 100 mmHg
Diuretika
- führt zu verstärkter Diurese und dadurch zu Bluteindickung ==> erhöhter Hämatokritwert!
Marcumar
- Vitamin K-Antagonist
- senkt die Gerinnungsfähigkeit des Blutes innerhalb von 36 - 48 Stunden herab durch Verhinderung der Prothrombin- Synthese
- kontaindiziert ist eine i.m.-Injektionen und eine Bindegewebsmassage
Kortison
- Entzündungshemmend
- antiödematös
- lebensrettendes Notfallmedikament bei Hirnverletzungen, Entzündungen und anaphylaktischem Schock
- plötzliches Absetzen führt zu M. Addison
- Überdosierung führt zum M. Cushing: länger als 3 Wochen mehr als 30 mg Kortison täglich