Injektionstechniken

Auf Ihrem Spritzentablett sollte folgendes liegen:

Maßnahmen vor einer Injektion
  1. Injektionen stellen einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar
  2. Patient muss gründlich über Medikament, Dosierung und Injektionsart informiert werden und zu jeder Injektion sein Einverständnis geben.
  3. die medizinische Anordnung muss schriftlich erfolgen, mit Angabe von:

  4. Kontrolle des Medikamentes auf
  5. i.m.-Injektionen sind ausschließlich als ventrogluteale Injektion nach Hochstätter (bei Erwachsenen), bzw. als Injektion nach der "Crista - Methode nach von Sachtleben" (bei Kindern oder kachektischen Erwachsenen) durchzuführen
  6. bei Säuglingen wird der Oberschenkel ausdrücklich für i.m.- Injektionen empfohlen, da die Gesäßmuskulatur erst im Alter von 2 Jahren ausreichend entwickelt ist
  7. bei der i.m.-Injektion sind grundsätzlich nicht mehr als 5 ml Lösung zu injizieren, bei der Injektion in den Oberarmmuskel sollten maximal 2 ml Lösung injiziert werden, dabei darf es sich nicht um schwer resorbierbare oder aggressive Medikamente handeln. Beachtung der Injektionsvorschriften des Herstellers!


Durchführung einer intramuskulären Injektion
  1. Patienteneinverständnis einholen (ansonsten Körperverletzung)
  2. auf die Spritze eine Kanüle stecken und das Medikament aufziehen
  3. Einstichstelle desinfizieren und 30sek. warten, Kanüle wechseln
  4. Einstichstelle lokalisieren und Kanüle in die Muskelschicht führen
  5. Aspieren, Spritze 180 drehen, ein zweites mal Aspieren
  6. Medikament langsam spritzen und Kanüle langsam herausziehen
  7. den Tupfer auf die Einstichstelle drücken und Plaster daraufkleben

Wir unterscheiden zwischen folgenden Injektionsarten:
i.a.: intra-arteriell = macht der HP nur nach Spezialausbildung
Komplikationen: versehentliches Spritzen von Luft birgt die Gefahr eines akuten arteriellen Verschluss

i.c.: intra-cutan = es wird eine Hautfalte gebildet, um das Medikament direkt in das Fettgewebe zu injizieren
Komplikationen: keine

s.c.: sub-cutan = unter die Haut
Wird benutzt um Depots zu setzen. Die Haut kann unterschiedlich dick sein. Hautfalte machen
Tiefe der Injektion = Dicke der Hautfalte, nicht bei Hautirritationen, entzündeten Stellen, Aspirieren
Komplikationen: kaum bekannt, evtl. Abszess

i.m.: intra-muskulär = nach Hochstetter Glutaeus medius
Komplikationen: versehentliche intravasale Injektion, Nervenverletzung, Abszess. Nicht bei Blutern und Patienten die Blutverdünner nehmen. Nicht bei akutem Myokardinfarkt-Verdacht!!

i.v.: intra-venös = in die Vene
Komplikationen: Anaphylaxie, Punktion einer Arterie

Intraarticuläre Injektion = Injektion in ein Gelenk.
Sollte nur unter streng aseptischen Bedingungen (OP-Bedingungen) vorgenommen werden!