Auf Ihrem Spritzentablett sollte folgendes liegen:
- 1 Spritze (steril verpackt)
- 2 Kanülen (steril verpackt)
- zugelassenes Desinfektionsmittel (nach Robert Koch Institut)
- Staubinde
- Medikament (Ablaufdatum beachten)
- Tupfer
- Handschuhe
- Pflaster (steril verpackt)
Maßnahmen vor einer Injektion
- Injektionen stellen einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar
- Patient muss gründlich über Medikament, Dosierung und Injektionsart informiert werden und zu jeder Injektion sein Einverständnis geben.
- die medizinische Anordnung muss schriftlich erfolgen, mit Angabe von:
- Injektionsart
- Medikament und Dosierung
- Zeitpunkt der Injektion
- Kontrolle des Medikamentes auf
- Verfallsdatum
- Trübung, Flockung
- richtigen Aufbewahrungsort
- Unversehrtheit der Ampulle
- i.m.-Injektionen sind ausschließlich als ventrogluteale Injektion nach Hochstätter (bei Erwachsenen), bzw. als Injektion nach der "Crista - Methode nach von Sachtleben" (bei Kindern oder kachektischen Erwachsenen) durchzuführen
- bei Säuglingen wird der Oberschenkel ausdrücklich für i.m.- Injektionen empfohlen, da die Gesäßmuskulatur erst im Alter von 2 Jahren ausreichend entwickelt ist
- bei der i.m.-Injektion sind grundsätzlich nicht mehr als 5 ml Lösung zu injizieren, bei der Injektion in den Oberarmmuskel sollten maximal 2 ml Lösung injiziert werden, dabei darf es sich nicht um schwer resorbierbare oder aggressive Medikamente handeln. Beachtung der Injektionsvorschriften des Herstellers!
Durchführung einer intramuskulären Injektion
- Patienteneinverständnis einholen (ansonsten Körperverletzung)
- auf die Spritze eine Kanüle stecken und das Medikament aufziehen
- Einstichstelle desinfizieren und 30sek. warten, Kanüle wechseln
- Einstichstelle lokalisieren und Kanüle in die Muskelschicht führen
- Aspieren, Spritze 180° drehen, ein zweites mal Aspieren
- Medikament langsam spritzen und Kanüle langsam herausziehen
- den Tupfer auf die Einstichstelle drücken und Plaster daraufkleben
Wir unterscheiden zwischen folgenden Injektionsarten:
i.a.: intra-arteriell = macht der HP nur nach Spezialausbildung
Komplikationen: versehentliches Spritzen von Luft birgt die Gefahr eines akuten arteriellen Verschluss
i.c.: intra-cutan = es wird eine Hautfalte gebildet, um das Medikament direkt in das Fettgewebe zu injizieren
Komplikationen: keine
s.c.: sub-cutan = unter die Haut
Wird benutzt um Depots zu setzen. Die Haut kann unterschiedlich dick sein. Hautfalte machen
Tiefe der Injektion = Dicke der Hautfalte, nicht bei Hautirritationen, entzündeten Stellen, Aspirieren
Komplikationen: kaum bekannt, evtl. Abszess
i.m.: intra-muskulär = nach Hochstetter Glutaeus medius
Komplikationen: versehentliche intravasale Injektion, Nervenverletzung, Abszess. Nicht bei Blutern und Patienten die Blutverdünner nehmen. Nicht bei akutem Myokardinfarkt-Verdacht!!
i.v.: intra-venös = in die Vene
Komplikationen: Anaphylaxie, Punktion einer Arterie
Intraarticuläre Injektion = Injektion in ein Gelenk.
Sollte nur unter streng aseptischen Bedingungen (OP-Bedingungen) vorgenommen werden!